Spanische Flagge - Farbe bekennen für insektenfreundliche Saumstrukturen

Das Projekt startet im Juli 2019 und wird im Rahmen des Programms „Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ mit Mitteln des Freistaates Thüringen und der europäischen Union finanziert.

 

Eler Freistaat
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

 

Die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) ist ein tag- und nachtaktiver Falter, der in Thüringen aktuell mit einem großen zusammenhängenden Verbreitungsgebiet im oberen Saaletal sowie im Schwarzatal vertreten ist. Bevorzugte Lebensräume der Spanischen Flagge sind lineare Strukturen wie Straßen- und Wegränder, Flussufer, Böschungen oder Waldränder. Hier lebt der Falter hauptsächlich an Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und Gemeinem Dost (Origanum vulgare).

Hauptgefährdungsfaktor für diese Art ist die Mahd von Straßen- bzw. Wegrändern und anderen Saumstrukturen in den Monaten Juli und August, bei der die Nektarpflanzen vernichtet werden. Teilweise führen auch Verbuschungen der lichten Saumstrukturen zur Beeinträchtigung des Habitats.

Ziel des Projektes ist es daher, für ausgewiesene Habitatflächen im Bereich von Wegrändern und sonstigen Saumstrukturen Bewirtschaftungsmethoden herauszuarbeiten und umzusetzen, die an den Lebenszyklus des Falters angepasst sind. Hierzu bedarf es in erster Linie einer Beratung und Schulung der verantwortlichen Stellen, wie z.B. Bauhöfe (Kommunen), Straßenmeistereien (Verkehrsbehörden), Forstämter (Waldwege) oder Leitungstrassenbetreiber. Gemeinsam mit diesen Stellen sollen Pflegekonzepte für die jeweiligen Standorte entwickelt werden.

Darüber hinaus soll auch im übrigen Gebiet des Landschaftspflegeverbandes „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ e.V. eine Sensibilisierung für die ökologische Bedeutung von Säumen, z.B. entlang von Wegen, und ihre optimale Pflege stattfinden. Vor allem Saumstrukturen bilden Lebensräume vieler Insekten und fungieren zudem als Biotopverbundachsen. Durch dieses Projekt sollen weitere Partner (Kommunen, Betriebe, Einzelpersonen) gewonnen werden, die Pflege auf eigenen Grünflächen oder in Gärten zu überdenken und lokale Blühstreifen oder –flächen auszuweisen. Das Projekt soll dabei beratend unterstützen und bei Bedarf Maßnahmen wie Neuansaaten finanzieren.

Somit steht die FFH-Anhang II-Art Euplagia quadripunctaria quasi als „Spanisches Flaggschiff“ für weitere insektenfördernde Maßnahmen auch außerhalb ihres Verbreitungsschwerpunktes.